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Thermoplastische Experimente

Für ein Kostüm muss ich mal neue Wege gehen – es wird ein Armreif gebraucht. Und was liegt da näher, als sich mal mit thermoplastischem Kunststoff auseinander zu setzen. Wenn man nicht sonderlich begabt ist in Metallbearbeitung, ist das Zeug eine echte Hilfe. Für Cosplayer sowieso. Darum hab ich gedacht, ich dokumentiere mal meine ersten Gehversuche mit Worbla’s Finest Art. Das ist ein Thermoplast aus Holz und Kunststoff gemischt. Das ulkige daran ist, dass man es nicht nur als Platte verarbeiten kann wie alle anderen Thermoplasten, die ich bisher so am Wickel hatte – man kann es auch zusammenmatschen und als Knetmasse nutzen. Wodurch einem nie Reste entstehen. Jeder kleine Fitzel kann wieder ins Material eingefügt und verwendet werden. Am besten gefällt mir dabei, dass es einen festen Verbund ergibt, wenn man mehrere Lagen übereinander platziert. Nicht nur wegen des Klebers, der auf einer Seite eh schon auf die Aktivierung mit Hitze wartet, sondern weil es eben fast ineinander “schmilzt”.

Hier also meine keine Doku.

Das ist die Schablone:

Papierschablone für Armreif

Schablone

 

Und das das Grundmaterial, ein Bogen Worbla’s Finest Art, kann man mit der Schere problemlos schneiden oder mit einem handelsüblichen Locher lochen.

Ein Bogen vom Holz-Kunststoff-Verbund-Thermoplast

Ein Bogen Thermoplast

 

Hier noch ein paar Detail-Schablonen, für die zweite und dritte Lage am runden Ende.

Die Schablonen für die zweite und dritte Lage des runden Teils

Detail-Schablonen

 

Das ganze lässt sich schon einfach per normalem Haarföhn erhitzen und aktivieren. Wenn man nicht will, dass es einem an den Pfoten klebt (weil ja eine Seite eine Kleberbeschichtung hat) nimmt man einfach etwas Wasser und macht die Finger feucht. Praktisch.

Wird schon bei 90 Grad Celsius wabbelig und verarbeitbar

Man braucht nicht mal mehr ein Heißluftgebläse. Super.

 

Und das kommt dann am Ende dabei heraus.

Armreif fertig gebogen

fertig gebogen

 

Armreif von unten

von unten

 

Armreif am Arm, wie er gehört

Jetzt nur noch Farbe...

 

So, ich würde sagen – Experiment geglückt. Es fehlen auf dem Bild nur noch kleine Details und natürlich die endgültige Farbe. Man kann das Zeug anschleifen und wohl mit allem möglichen anmalen oder -sprühen. Ich werde mir am Wochenende meinen Ehemann krallen, dass er mir das Teil silbern ansprüht. Weil Lack + Babybauch = nix gut. Drum muss ich mir wen suchen, der das für mich tut.

Ich hoffe, die spätere Trägerin wird damit auch genauso zufrieden sein wie ich es im Moment bin. Und ich hab noch ne Menge vom Worbla’s Finest Art übrig. Mal sehen, was ich als nächstes damit anstelle.

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